Kickboxen Ausrüstung — Die komplette Checkliste

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Geschrieben von Moritz Verifizierter Experte

Aktiver Kickboxer, MMA- und Luta-Livre-Kämpfer. Trainiert in mehreren Gyms deutschlandweit.

Aktualisiert: 12 Min. Lesedauer Mehrjährige Kampfsporterfahrung

Warum die richtige Ausrüstung entscheidend ist

Kickboxen boomt — und das aus gutem Grund. Kaum ein Training verbindet Kraft, Ausdauer, Koordination und mentale Stärke so effektiv wie Kickboxen. Egal ob du in einem Verein anfängst, in einer Kampfsport-Schule trainierst oder zu Hause am Boxsack arbeitest: Die richtige Ausrüstung ist der Schlüssel zu einem sicheren und effektiven Einstieg.

Anders als beim klassischen Boxen brauchst du beim Kickboxen mehr als nur Handschuhe. Kicks mit dem Schienbein, Kniestoße und Clinch-Arbeit stellen andere Anforderungen an deine Schutzausrüstung. Wer hier spart oder die falschen Teile kauft, riskiert Verletzungen — und das oft schon in den ersten Trainingswochen.

Dieser Guide gibt dir eine klare Übersicht, welche Ausrüstung du als Kickboxer wirklich brauchst, was optional ist und wie viel du je nach Budget investieren solltest. Wir gehen jedes Teil einzeln durch, erklären worauf es ankommt und geben dir konkrete Produktempfehlungen.

Meine Erfahrung Kickboxen ist mein Hauptsport — ich habe Wettkampferfahrung und trainiere in verschiedenen Gyms von Sportschule Badura bis Kozar Boxing auf Fuerteventura. Hier teile ich meine komplette Ausrüstungs-Checkliste.
Tipp für den Einstieg Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Für die ersten Trainingseinheiten reichen Boxhandschuhe, Bandagen und ein Mundschutz. Schienbeinschoner brauchst du spätestens, wenn Partnerarbeit mit Kicks beginnt.

Ausrüstungs-Checkliste: Was du wirklich brauchst

Die folgende Tabelle zeigt dir auf einen Blick, welche Ausrüstungsteile für Kickboxen relevant sind — sortiert nach Priorität.

Ausrüstung Wofür Priorität Preis ab
Boxhandschuhe Schutz der Hände und Handgelenke bei Schlägen Pflicht ca. 30 €
Boxbandagen Zusätzlicher Handgelenk- und Knöchelschutz Pflicht ca. 8 €
Schienbeinschoner Schutz von Schienbein und Spann bei Kicks Pflicht ca. 25 €
Mundschutz Zahnschutz bei Sparring und Partnerarbeit Pflicht ca. 10 €
Tiefschutz Unterleibsschutz (Männer) bei Sparring Sehr empfohlen ca. 15 €
Boxsack Heimtraining: Schläge und Kicks üben Empfohlen ca. 60 €
Kopfschutz Schutz bei hartem Sparring und Wettkampf Optional ca. 35 €
Pratzen / Thai Pads Partnertraining für Präzision und Technik Optional ca. 30 €

Im Folgenden schauen wir uns jedes Ausrüstungsteil im Detail an — mit konkreten Empfehlungen und Tipps, worauf du beim Kauf achten solltest.

Boxhandschuhe für Kickboxen

Boxhandschuhe sind das wichtigste Ausrüstungsteil im Kickboxen. Sie schützen deine Knöchel, das Handgelenk und den Handrücken — nicht nur beim Schlagen am Sandsack, sondern auch bei der Abwehr von Kicks. Denn im Kickboxen wehrst du Tritte häufig mit den Unterarmen und Handschuhen ab. Der Handschuh muss also auch seitliche Stöße gut absorbieren.

Für Kickboxer empfehlen sich Handschuhe mit 10 bis 16 oz, je nach Körpergewicht und Einsatzzweck. Für reines Sandsack- und Pratzentraining reichen 10-12 oz, für Sparring sind 14-16 oz die Norm. Achte auf einen breiten Klettverschluss, der das Handgelenk stabil fixiert — gerade bei der Kick-Abwehr ist das entscheidend.

Wichtig für Kickboxer Im Gegensatz zum klassischen Boxen musst du mit deinen Handschuhen auch Kicks blocken. Wähle daher Modelle mit einer guten Polsterung am Handrücken und an der Außenseite. Kompakte Wettkampfhandschuhe mit dünner Polsterung sind fürs Training ungeeignet.

Bewährte Marken für Kickbox-Handschuhe sind Venum, Twins, Fairtex und RDX. In unserem Boxhandschuhe-Ratgeber findest du eine ausführliche Kaufberatung mit allen wichtigen Kriterien. Wenn du komplett neu einsteigst, hilft dir unser Guide für Anfänger bei der Auswahl des richtigen Einsteigermodells.

Schienbeinschoner — unverzichtbar beim Kickboxen

Schienbeinschoner sind das Ausrüstungsteil, das Kickboxen am deutlichsten vom klassischen Boxen unterscheidet. Sobald Kicks ins Spiel kommen, ist dein Schienbein die Hauptangriffsfläche — und gleichzeitig die verwundbarste Stelle. Ein ungeschützter Schienbein-an-Schienbein-Zusammenprall kann extrem schmerzhaft sein und führt nicht selten zu Knochenhautentzündungen.

Es gibt zwei Haupttypen von Schienbeinschonern für Kickboxen:

Für Anfänger empfehlen wir immer die Variante mit Klettverschluss, weil sie spürbar mehr Schutz bietet. Das Schienbein ist am Anfang noch nicht abgehärtet — jeder Kick-Check tut ordentlich weh, wenn die Polsterung fehlt.

Unsere Top-Empfehlungen: Schienbeinschoner

Venum Kontact Schienbeinschoner

ca. 35-45 €

Der Venum Kontact ist ein solider Allrounder mit guter Polsterung und angenehmem Sitz. Die Schaumstoffpolsterung absorbiert Stöße zuverlässig, und der elastische Verschluss hält den Schoner auch bei schnellen Kicks an Ort und Stelle. Dank des schmalen Designs beeinträchtigt er die Beinarbeit kaum. Ein hervorragendes Einsteigermodell, das auch fortgeschrittene Kickboxer im Training nutzen.

RDX Schienbeinschoner mit Spannschutz

ca. 30-40 €

Der RDX Schienbeinschoner bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Maya-Hide-Außenschicht ist strapazierfähig, während die mehrschichtige Innenpolsterung harte Tritte dämpft. Der integrierte Spannschutz ist ein großer Pluspunkt — beim Kickboxen trifft man häufig auch mit dem Spann, und ohne Schutz ist das spürbar unangenehm. Solide Wahl für Anfänger und Fortgeschrittene.

Größenhinweis Schienbeinschoner müssen eng sitzen, dürfen aber nicht einschneiden. Miss deinen Schienbeinumfang und vergleiche ihn mit der Größentabelle des Herstellers. Ein verrutschter Schoner schützt nicht — schlimmer noch, er kann dich beim Treten aus dem Gleichgewicht bringen.

Mundschutz

Spätestens wenn du im Verein ins Sparring einsteigst, ist ein Mundschutz Pflicht. Er schützt deine Zähne, den Kiefer und reduziert das Risiko von Gehirnerschütterungen, weil er die Aufprallenergie besser verteilt.

Für Kickboxer empfehlen wir einen anpassbaren Mundschutz (Boil-and-Bite), den du in heißem Wasser erhitzt und dann an dein Gebiss anformst. Diese Modelle gibt es schon ab 10 Euro und sie bieten einen deutlich besseren Halt und Schutz als die billigen Einheitsgrößen aus dem Sportgeschäft.

Wer es professioneller möchte, investiert in einen vom Zahnarzt individuell angefertigten Mundschutz (ab ca. 100 Euro). Für den Einstieg ist das aber nicht nötig. Unseren ausführlichen Vergleich mit den besten Modellen findest du im Mundschutz-Ratgeber.

Boxbandagen

Bandagen sind kein optionales Zubehör — sie gehören unter jeden Boxhandschuh, bei jedem Training. Sie stabilisieren das Handgelenk, polstern die Knöchel und schützen die kleinen Handknochen vor Stauchungen. Gerade als Anfänger, wenn die Schlagtechnik noch nicht sauber ist, sind Bandagen dein wichtigster Schutz gegen Handverletzungen.

Für Kickboxen eignen sich klassische Baumwollbandagen mit 4,5 m Länge am besten. Sie bieten genug Material, um Handgelenk und Knöchel komplett zu umwickeln. Besorge dir am besten direkt zwei Paare, damit immer eines getrocknet ist, während du das andere nutzt.

Alles zum richtigen Wickeln und die besten Modelle findest du in unserem Bandagen-Ratgeber.

Tiefschutz

Für Männer im Kickboxen ist ein Tiefschutz (Suspensorium) beim Sparring dringend empfohlen. Beim Kickboxen wird der Unterleib durch Low Kicks, Kniestoße und fehlgeleitete Tritte regelmäßig getroffen — nicht absichtlich, aber es passiert. Ohne Schutz kann das nicht nur extrem schmerzhaft sein, sondern auch zu ernsthaften Verletzungen führen.

Es gibt verschiedene Varianten: klassische Tiefschutz-Cups, die in ein Jock-Strap oder in eine Kompressionshose eingesetzt werden, und Tiefschutz-Shorts mit integrierter Hartschale. Für Kickboxer sind die Kompressionshosen-Varianten besonders beliebt, weil sie bequem sitzen und unter der Trainingshose nicht auffallen.

Venum Challenger Tiefschutz mit Cup

ca. 25-35 €

Der Venum Challenger ist ein bewährter Tiefschutz für Kampfsportler. Die Hartschale sitzt in einer elastischen Halterung, die sich der Körperform anpasst. Der Cup bietet zuverlässigen Schutz, ohne bei Kicks oder Fußarbeit einzuschränken. Gut belüftet und angenehm zu tragen — auch bei längeren Trainingseinheiten.

Boxsack für Kickbox-Training

Wer nicht nur im Verein, sondern auch zu Hause an Technik und Kondition arbeiten will, kommt um einen Boxsack kaum herum. Für Kickboxer gibt es beim Boxsack-Kauf eine besondere Anforderung: Der Sack muss lang genug sein, um auch Low Kicks und Kniestoße trainieren zu können.

Klassische kurze Boxsäcke (80-100 cm) eignen sich für Faustschläge, aber für Kickboxen solltest du einen Sack mit mindestens 120 cm Länge wählen, idealerweise 150-180 cm. So kannst du Kicks auf allen Höhen trainieren — vom Low Kick bis zum High Kick.

Alternativ ist ein Standboxsack eine gute Wahl, weil er in der Regel die volle Körperhöhe abdeckt und keinen Deckenhaken braucht. Unsere ausführlichen Empfehlungen und den kompletten Vergleich findest du in unserem Boxsack-Ratgeber.

Tipp für Kickboxer Wenn du vor allem Kicks trainieren willst, ist ein Standboxsack oder ein langer hängender Sack (ab 150 cm) die bessere Wahl. Kurze Säcke sind für Tritt-Training zu hochhängend oder zu klein.

Optionale Ausrüstung: Kopfschutz, Pratzen, Thai Pads

Kopfschutz

Ein Kopfschutz ist bei den meisten Amateur-Kickbox-Verbänden im Wettkampf vorgeschrieben und wird auch für härteres Sparring empfohlen. Er schützt Stirn, Schläfen, Wangenknochen und teilweise das Kinn. Für leichtes, technisches Sparring ist er nicht zwingend nötig, aber sobald härtere Treffer vorkommen, solltest du ihn aufsetzen. Gute Modelle von Venum, RDX oder Twins gibt es ab ca. 35-50 Euro.

Pratzen und Thai Pads

Pratzen (Focus Mitts) sind kleine Handpolster, die dein Trainingspartner hält, während du darauf schlägst. Sie trainieren Präzision, Timing und Geschwindigkeit. Für Kickboxen sind sie ideal für das Faust-Techniktraining.

Thai Pads (Kick Pads) sind größere, dickere Polster, die speziell für das Kick-Training entwickelt wurden. Sie absorbieren die Wucht von Tritten und Kniestoßen und ermöglichen ein realistisches Partnertraining. Wenn du regelmäßig zu zweit trainierst, sind Thai Pads eine sehr sinnvolle Investition (ab ca. 40 Euro für ein Paar).

Starter-Set: Was kostet die Grundausstattung?

Eine der häufigsten Fragen von Einsteigern: Was muss ich insgesamt investieren? Wir haben drei Budget-Stufen zusammengestellt — von der absoluten Basisausstattung bis zum Premium-Setup für ambitionierte Kickboxer.

Ausrüstung Budget (~100 €) Mittel (~200 €) Premium (~400 €)
Boxhandschuhe Venum Contender 2.0 (~40 €) Venum Elite (~70 €) Twins BGVL3 (~110 €)
Bandagen Baumwolle 4,5 m (~8 €) Venum Bandagen (~12 €) Fairtex Bandagen (~15 €)
Schienbeinschoner RDX Basic (~30 €) Venum Kontact (~40 €) Venum Elite (~70 €)
Mundschutz SISU Aero (~10 €) Venum Challenger (~15 €) OPRO Power-Fit (~25 €)
Tiefschutz Basic Cup (~12 €) Venum Challenger (~30 €) Venum Challenger (~30 €)
Boxsack DRIPEX Standboxsack (~139 €)
Gesamt ~100 € ~167 € ~389 €

Das Budget-Set für ca. 100 Euro deckt alles ab, was du für den Trainingseinstieg im Verein brauchst. Du kannst sofort loslegen — am Sandsack, an Pratzen und im leichten Sparring. Die Qualität ist für das erste Trainingsjahr mehr als ausreichend.

Das mittlere Set für ca. 200 Euro setzt auf hochwertigere Materialien und bessere Polsterung. Ideal, wenn du von Anfang an in langlebige Ausrüstung investieren willst, die auch intensiveres Training mitmacht.

Das Premium-Set für ca. 400 Euro richtet sich an ambitionierte Kickboxer, die zu Hause trainieren wollen und keine Kompromisse bei der Qualität machen möchten. Mit einem Standboxsack bist du für das Heimtraining komplett ausgestattet.

Kickboxen vs. Thaiboxen — Unterschiede bei der Ausrüstung

Kickboxen und Muay Thai (Thaiboxen) sind eng verwandt, unterscheiden sich aber in einigen Regeln — und das hat direkte Auswirkungen auf die Ausrüstung. Hier die wichtigsten Unterschiede:

Fazit Für die Grundausrüstung (Handschuhe, Bandagen, Mundschutz, Schienbeinschoner, Tiefschutz) gibt es kaum Unterschiede. Die meisten Produkte eignen sich für beide Sportarten. Erst bei der Spezialausrüstung (Ellbogenschoner, spezielle Shorts, Wettkampf-Schienbeinschoner) trennen sich die Wege.

Häufige Fragen zur Kickboxen Ausrüstung

Für Kickboxen eignen sich die gleichen Trainingshandschuhe wie fürs Boxen. Wichtig ist eine gute Polsterung am Handrücken (für Kick-Abwehr), ein stabiler Klettverschluss und eine Größe von 10-16 oz je nach Körpergewicht. Bewährte Modelle sind der Venum Contender 2.0, der RDX F6 Kara und der Twins BGVL3. Eine ausführliche Beratung findest du in unserem Boxhandschuhe-Ratgeber.

Ja, sobald du im Training Kicks mit einem Partner übst, sind Schienbeinschoner Pflicht. Dein Schienbein ist am Anfang nicht abgehärtet, und selbst leichte Kick-Checks können ohne Schoner äußerst schmerzhaft sein. Investiere lieber früh in gute Schoner — das spart dir Schmerzen und Trainingsausfälle.

Eine solide Grundausstattung (Boxhandschuhe, Bandagen, Schienbeinschoner, Mundschutz und Tiefschutz) bekommst du ab ca. 100 Euro. Für hochwertigere Marken und zusätzliche Ausrüstung wie einen Boxsack solltest du 200-400 Euro einplanen. Du musst aber nicht alles auf einmal kaufen — starte mit Handschuhen, Bandagen und Mundschutz und erweitere Schritt für Schritt.

Boxhandschuhe, Bandagen und Mundschutz sind identisch. Der große Unterschied: Für Kickboxen brauchst du zusätzlich Schienbeinschoner und idealerweise einen Tiefschutz. Außerdem sollte dein Boxsack für Kick-Training länger sein (ab 120 cm). Die Grundausrüstung vom Boxen kannst du aber problemlos übernehmen.

Bewährte Marken für Kickbox-Ausrüstung sind Venum (breites Sortiment, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis), RDX (günstig und solide), Twins Special (Premium, vor allem für Handschuhe), Fairtex (Premium, in Thai-Gyms weltweit Standard) und Hayabusa (hochwertig, modernes Design). Für den Einstieg sind Venum und RDX die beste Wahl.

Weiterführende Ratgeber

Du willst dich zu den einzelnen Ausrüstungskategorien vertiefen? Hier findest du alle unsere spezialisierten Kaufberatungen:

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